Vom Tränchen zur Freude: Das Abenteuer Kita für sensible Kinder!

Ist mein Kind ein Schreibaby? Baby schreit ständig -gefuehlvolle_Familien

Anhänglich, gefühlsintensiv, eher zurückhaltend, sensibel und der Kita-Start steht bevor – was nun?

 

Als Eltern eines hochsensiblen oder gefühlsstarken Kindes habt ihr vielleicht an einem bestimmten Punkt gemerkt, dass euer Kind im Alltag auf äußere Reize intensiver reagiert als andere Kinder. Häufig wirkt sich dies auf alle fünf Sinne aus, sodass sensible Kinder Geräusche schneller wahrnehmen und auch als störend empfinden. Die Nase wird bei ungewohnten oder ablehnenden Gerüchen gerümpft, über das Essen wird öfter mal gemäkelt, enge oder kratzige Kleidung sowie Etiketten werden als störend empfunden und bei grellem Licht oder visuellen Impulsen werden die Augen schnell zusammengekniffen.

 

Die Welt durch feine Sinne. Wie kann man Hochsensibilität bei Kindern verstehen?

 

Zunächst ist es wichtig festzuhalten, dass Hochsensibilität keine Krankheit ist, sondern ein Persönlichkeitsmerkmal. Dieses kann wie jedes andere Merkmal, bei manchen Menschen stärker oder schwächer ausgeprägt sein.

Elaine Aron, eine amerikanische Psychologin, die in den 90er Jahren den Begriff „Hochsensibilität“ geprägt hat, unterscheidet zudem nach folgenden vier Merkmalen:

Tiefe der Informationsverarbeitung:
Hochsensible Menschen verarbeiten Informationen tiefer als andere, sind reflektierter und treffen schwerer Entscheidungen.

Übererregbarkeit:
Die Wahrnehmung ist viel intensiver. Hierbei kann es zu einer Reizüberflutung kommen.

Emotionale Intensität:
Erleben Emotionen (positive & negative) sehr intensiv, d.h. Gefühle können noch lange nachklingen. Sie besitzen eine erhöhte Sensibilität für die Gefühle und Stimmungen anderer. Daher sind sie sehr feinfühlig, was aber auch schnell zur Überreizung und Stress führen kann

Sensorische Empfindsamkeit
Menschen mit Hochsensibilität verarbeiten Sinneseindrücke anders. Sie nehmen Reize schneller und intensiver wahr.

 

 

 

Kleine Dramen und große Gefühle: Was beim Kita-Start auf dich zukommt!

 

Der Kita-Start mit einem sensiblen Kind kann Spannung, Nervenkitzel und ein bisschen Chaos inklusive bedeuten. Manchmal hat man das Gefühl, dass selbst die kleinste Veränderung, wie ein neuer Haarschnitt der Erzieherin, eine Veränderung im Tagesablauf oder eine ungewohnte Spielzeugaufstellung, eine Welle der Emotionen auslöst. Sensible Kinder nehmen ihre Umgebung intensiv wahr, was bedeutet, dass eine Veränderung in der Gruppendynamik oder ein forscher Gruß eines anderen Kindes schon mal Tränen auslösen können. Auch das morgendliche Loslassen der geliebten Eltern kann für viele Familien ein Kraftakt sein.

Die Herausforderung als Eltern besteht darin, die Balance zwischen Behutsamkeit und Ermutigung zu meistern. Dabei sind Geduld und ein feines Gespür für die kleinen und großen Empfindsamkeiten unserer Minis die wichtigsten Begleiter.

 

 

 

Schlüssel zur Eingewöhnung: Kita-Strategien für eine sanfte Eingewöhnung

 

Damit der Start in die Kita für sensible Kinder zum echten Erfolg wird, braucht es einen Plan – nicht nur von den Eltern, sondern auch von der Kita-Seite! Eltern sollten die Gegebenheiten vor Ort sorgfältig prüfen und offen mit der Betreuungseinrichtung kommunizieren, um die Bedürfnisse ihres Kindes zu verdeutlichen. Von Kita-Seite ist es essentiell, den Eingewöhnungsprozess behutsam und schrittweise zu gestalten, damit sich das Kind langsam an die neue Umgebung und die neuen Menschen gewöhnen kann. Viel Feingefühl, eine Prise Geduld und eine ordentliche Portion Unterstützung sind da genau das Richtige. Außerdem sollten Rückzugsmöglichkeiten in der Kita angeboten werden. Dies kann dem Kind helfen, sich sicher zu fühlen und seine Emotionen besser zu regulieren. Bei auftretenden Schwierigkeiten ist es vollkommen in Ordnung nach Hilfe zu fragen, sei es von Beratungsstellen oder Fachkräften. So können potenzielle Stressauslöser und Lösungen gefunden werden, um unseren sensiblen Kindern eine möglichst positive Eingewöhnung zu ermöglichen.

 

 

 

Mama, Papa, los geht’s! So gelingt Euch als Eltern ein sanfter Kita-Start

 

Als Elternteil kannst du eine echte Superhelden-Rolle einnehmen, wenn es darum geht, deinem sensiblen Kind den Kita-Start so sanft wie möglich zu gestalten. Eine gute Vorbereitung ist das A und O. Bücher anschauen, die den Kita-Alltag thematisieren, vorab die Einrichtungen gemeinsam besichtigen, Bezugsobjekte oder das Besprechen des Tagesablaufs können wahre Wunder wirken. So weiß dein Kind schon mal, was es erwartet. Liebevolle und klare Kommunikation ist dabei das Zauberwort: „Während Mama und Papa arbeiten, wirst du im Kindergarten betreut und nach dem Mittagessen hole ich dich wieder ab.“ Klingt einfach, aber es schafft Sicherheit.

Ein weiterer Geheimtipp: Füllt den Bindungstank schon vor dem Start auf! Malt ein Verbindungsmotiv auf die Hand, gebt Eurem Kind eine Pizzamassage, besprecht den Tagesablauf oder genießt ein gemeinsames Frühstück. Ein festes Abschiedsritual, wie ein spezieller Gruß, fünf Küsschen zur Verabschiedung oder eine Umarmung, erleichtert die morgendliche Trennung ungemein. Und nicht zu vergessen: die emotionale Unterstützung mit viel Geduld, Verständnis und Liebe ist Goldwert.

 

Denke dabei auch an deine eigene Selbstfürsorge. Um dein Kind gut begleiten zu können, ist es wichtig, dass du als Elternteil auf deine Bedürfnisse achtest und dir Auszeiten gönnst. Nur wenn du selbst Kraft tankst, kannst du die Herausforderungen des Kita-Starts meistern.

Nach einem aufregenden Kita-Tag ist qualitative Zeit zusammen das Sahnehäubchen. Ob ein Ausflug in die Natur, Entspannungsübungen, kreatives Austoben zu Hause oder einfach Kuschelzeit mit dem Lieblingsbuch – das alles gibt deinem Kind das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit zurück.

Besonders sensible Kinder erleben oft intensiver und zeigen ihre Gefühle erst zu Hause, ihrem sicheren Hafen. Es ist ganz normal, dass es Stunden später zu starken Emotionen kommt. Diese liebevoll zu begleiten, gehört genauso dazu wie die Vorbereitung auf den Kita-Start.

 

 

 

 

 

 

Und zum Schluss noch die gute Nachricht: „Dein Kind bringt durch seine Sensibilität etwas ganz Besonderes und Wunderbares mit!“

 

In der aufregenden Reise der Kita-Eingewöhnung können wir sicher sein, dass jedes sensible Kind Einzigartigkeit und Begabungen mitbringt. Mit Verständnis, Geduld und liebevoller Unterstützung können wir ihnen helfen, Selbstbewusstsein und Selbstwirksamkeit in ihrem eigenen Tempo zu entfalten und die Welt auf ihre Weise zu erleben. So können hochsensible Kinder zu außergewöhnlichen Persönlichkeiten heranreifen.

Aufgrund ihrer Feinfühligkeit und Fürsorglichkeit besitzen sie ein hohes Empathievermögen und können sich gut in die Gefühlslage anderer Menschen hineinversetzten. Sie sind sehr aufmerksam und in der Lage auch zwischen den Zeilen zu lesen.

Sensible Kinder handeln später oft überlegt und gewissenhaft, sind intelligent, aufmerksam und stellen schlaue Fragen. Sie besitzen eine frühe Reflexionsbereitschaft und sind vorausschauend auf allen Ebenen. Besonders ausgeprägt ist auch ihre Kreativität, mit welcher sie nicht nur phantasievolle Geschichten erzählen können sondern häufig auch auf kreative Ideen und Lösungen kommen. Dadurch sind sie im Erwachsenenalter in der Lage auch ungewöhnliche Wege zu gehen und können mit ihrem enormen Vorstellungsvermögen und ihrer Kreativität alte und unlösbar scheinende Probleme angehen.

Denn in ihrer Sensibilität liegt ihre größte Stärke und ihre einzigartige Schönheit!

 

Du möchtest noch mehr zum Thema Eingewöhnung von sensiblen Kindern erfahren? In unserem Mitgliederbereich bei Gefühlvolle Familien findest du nicht nur ein Impulsvideo zu diesem Thema, sondern auch die Aufzeichnung vom Expertentalk mit der Kindheitspädagogin Jennifer Turbanska. Im Expertentalk gibt es noch einmal viele tolle Impulse, um den Kitastart zu meistern.
Hier geht es zur Anmeldung bei Gefühlvolle Familien

 

Alles Liebe,

Nina und Theresa

 

 

Verfasserinnen:

Nina Halbow, gefühlvolle Familienbegleiterin

@intuitiv.familie.leben

 

Theresa Wenleder, gefühlvolle Familienbegleiterin

 

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Schreibabys gefühlvoll begleiten - Marei Theunert

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