Herausforderung gefühlsstarke Kinder?

Ist mein Kind ein Schreibaby? Baby schreit ständig -gefuehlvolle_Familien

Lauter, emotionaler, impulsiver, sensibler

 

Kannst du dich noch daran erinnern: Du bist schwanger, ihr werdet bald Eltern und ihr seid schon voller Vorfreude? Und als euer kleines Wunder endlich auf der Welt war, bemerkst du schnell, dass es anders ist, als du es dir vorgestellt hast und es bisher von deinen Freuden, Familie, oder gar Geschwisterkindern kennst. Euer Kind ist von Anfang an sehr fordernd, will, dass seine Bedürfnisse immer sofort erfüllt werden, hat eine endlos endende Energie, ist sehr intensiv in allen Gefühlslagen, egal ob heftige Wut, tiefste Traurigkeit, oder überschwängliche Freude und schläft schon immer schlecht – am besten nur mit Körperkontakt? Dein Kind ist sehr schnell überreizt,  saugt gefühlt alles auf, wie ein Schwamm, ist sehr empfindsam und der Tag und häufig auch die Nacht fühlen sich für euch sehr kräftezehrend an?

Ihr wesentlicher Unterschied besteht vor allem darin, dass sie ihre Emotionen und Bedürfnisse in überdurchschnittlich intensiver Weise wahrnehmen und ausdrücken. Ihr fragt euch vielleicht manchmal, was stimmt denn nicht mit unserem Baby, oder Kind? Mit eurem Kind stimmt alles, keine Sorge. Gefühlsstärke ist weder eine Krankheit noch eine Störung irgendeiner Art dar. Es handelt sich lediglich um ein normales Kind mit einem wunderbaren Temperament: seiner Gefühlsstärke.

Die erste, die positiv und wertschätzend über Kinder mit diesem besonderen Temperament schrieb, war die US-Amerikanerin Mary Sheedy Kurcinka.

 

Uns ist mit diesem Blogartikel wichtig, den Blickwinkel auf eure Kinder etwas zu verändern, euch mögliche Hilfestellungen und Tipps für den Alltag mit gefühlsstarken Kindern mitzugeben und wir haben für euch Impulse, dass ihr euch dabei selbst nicht vergesst.

 

Gefühlsstarke Kinder sind Künstler der Emotionen, und ihre Lebensfreude ist ansteckend. Sie erleben ihre Welt oftmals wie eine Achterbahn der Gefühle, von den höchsten Gipfeln der Freude bis zu den tiefsten Tälern der Trauer. Im ersten Moment fühlt es sich für uns Eltern schwer und anstrengend an und man sieht die herausfordernden und für uns „negativen“ Seiten und nutzt diese als Entschuldigung/ Rechtfertigung für ihre Verhaltenswiesen.  Doch  dabei haben gefühlsstarke Kinder mit einem intensiven Gefühlsleben so viel Positives zu bieten!

Lasst uns gemeinsam die Welt durch die Augen gefühlstarker Kinder betrachten und dabei lernen, ihre Empfindungen zu schätzen und zu verstehen. Diese Kinder lehren uns, wie wichtig es ist, Emotionen in ihrer ganzen Vielfalt zu akzeptieren und zu feiern. Lerne einen wertschätzenden Blick und eine andere Perspektive auf dein Kind kennen und schaue, was dies für eine Veränderung für eure Beziehung, eure Bindung und euren Alltag haben wird. Möge unsere Reise durch ihre Gefühlswelt uns inspirieren, eine tiefere Verbindung zu unseren eigenen Emotionen zu finden.

Vornweg ist es wichtig zu wissen, dass wir heute wissen, „Dass gefühlsstarke Kinder so sind, wie sie sind, ist keine Frage der Erziehung. Sondern ihrer Hirnchemie. Der Grund: Die Amygdala, also der „Gefahrendetektor im Gehirn“, ist bei diesen Kindern besonders aktiv, was zu ihren heftigen emotionalen Reaktionen führt. Ihr Vagusnerv, der für die Selbstberuhigungsfähigkeit zuständig ist, ist hingegen nur relativ schwach ausgeprägt. Das heißt: Sie nehmen alle Eindrücke besonders intensiv wahr und sind deshalb schnell überreizt. Gleichzeitig brauchen sie viel Begleitung, um in emotional schwierigen Situationen wieder in die Ruhe finden zu können“ (Nora Imlau, So viel Freude, so viel Wut, 2018, Nösel-Verlag).

 

Nora Imlau definiert in ihrem Buch „So viel Freude, so viel Wut“  8 typische Merkmale für gefühlsstarke Kinder

 

1.Sie erleben und äußern Gefühle besonders intensiv und springen dabei häufig von einem Extrem ins nächste.
2.Sie sind sehr ausdauernd und hartnäckig und lassen so leicht nicht locker, wenn sie sich mal etwas in den Kopf gesetzt haben.
3.Sie sind überdurchschnittlich sensibel, dadurch auch leicht reizüberflutet und sehr verletzlich.
4.Sie sind außergewöhnlich offen für alle Eindrücke und nehmen ihre Umwelt ganz genau wahr.
5.Sie haben ein Thema mit Routinen: Entweder beharren sie stark auf immergleichen Abläufen, von denen um keinen Preis abgewichen werden darf. Oder sie empfinden jeden Form von Rahmen als Freiheitsbeschränkung und wehren sich mit aller Macht gegen immergleiche Abläufe im Alltag.
6.Sie verfügen über eine scheinbar niemals endende Energie, haben einen großen Bewegungsdrang, und brauchen im Vergleich zu anderen Kindern ihres Alters viel weniger Schlaf.
7.Sie tun sich sehr schwer mit Veränderungen und Übergängen. Jede neue Umgebung bedeutet erstmal Stress, jeder Wechsel zwischen Bezugspersonen fällt schwer.
8.Sie sind oft sehr nachdenklich, philosophisch und grüblerisch und machen sich auch über traurige und schwierige Themen viele Gedanken. Deshalb wirken sie oft ernster als andere Kinder.

 

Wir haben die für uns fünf prägnantesten Merkmale von gefühlsstarken Kindern einmal genauer unter die Lupe genommen und eventuelle Hilfestellungen für euren Alltag zusammengefasst

 

 

  1. Intensität

Die Gefühle und Umwelt werden von gefühlsstarken Kinder nicht nur intensiv wahrgenommen, sondern geradezu aufgesogen und in extremer Weise ausgedrückt. Diese Intensität ist keine bloße Laune, sondern hat ihre Wurzeln in physiologischen Reaktionen. Der Körper reagiert rascher auf Stress und setzt Hormone frei, die den „Flucht- und Kampfmodus“ aktivieren.

Die Intensität steigert sicher über jede Sekunde, Minute und Stunde. Gründe dafür können Zeitdruck, Situationswechsel und zurückstellen eigener Bedürfnisse sein.

Zeichen dafür können sein, dass das Kind immer lauter wird, sich beispielweise nicht anziehen möchte, wegläuft, nicht zuhören möchte, an der Bindungsperson klammert und Nähe braucht, der Körper angespannt ist, oder immer ruhiger wird. Um die Intensität auszugleichen, bieten sich verschiedene Ansätze an. Bewegung und Sport, wie z.B. kleine Hüpfer oder Hampelmänner, spielerische Aktivitäten mit einzubauen, können dazu beitragen. Ebenso wirksam ist die Entspannung des Kiefers durch einen Schnuller, die Brust oder das Trinken durch einen Strohhalm. Wiederkehrende Routinen und Strukturen geben Sicherheit und helfen, die Intensität zu bewältigen. Die bewusste Anwendung von Atemtechniken, insbesondere die Bauchatmung, unterstützt ebenfalls den Ausgleich.

Ein Wechsel aus der aktuellen Situation, sei es durch einen kurzen Spaziergang oder eine kurze Pause, kann helfen, die Intensität zu reduzieren. Bei älteren Kindern kann es hilfreich sein, offen über die Empfindungen bei gesteigerter Intensität zu sprechen und diese vielleicht sogar in bildlicher Form auszudrücken.

 

  1. Beharrlichkeit

Gefühlsstarke Kinder zeigen bereits in jungen Jahren eine beeindruckende Beharrlichkeit, wenn es um ihre Bedürfnisse und Wünsche geht. Mit einer ausgeprägten Ausdauer und Hartnäckigkeit halten sie energisch an dem fest, was sie für wichtig erachten. Dies kann sich in starken Reaktionen, wie beispielsweise Wutausbrüchen bei einem „Nein“, manifestieren.

Für uns Eltern stellt sich die Herausforderung, unter welchen Umständen ein „Ja“ angebracht ist. Es gilt, die Ziele zu verstehen, die das Kind verfolgt, und zu analysieren, welche Regeln und Erwartungen dabei eine Rolle spielen. Die Frage nach dem Konsens wird zentral: Wie kann eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten entstehen? Der Schlüssel liegt oft darin zu erkennen, wer welches Ziel verfolgt und welche Bedürfnisse erfüllt werden müssen, um eine Kooperation zu ermöglichen. Es ist wichtig, die Bedürfnisse aller Beteiligten zu identifizieren und gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Dabei kann der Fokus auf dem gegenseitigen Verständnis und der Akzeptanz liegen. Insgesamt erfordert die Begleitung von gefühlsstarken Kindern eine bewusste Auseinandersetzung mit ihren Bedürfnissen und eine beharrliche Suche nach Lösungen, die für alle Seiten akzeptabel sind. Die Kunst besteht darin, eine ausgewogene Balance zwischen den individuellen Wünschen des Kindes und den gemeinschaftlichen Erwartungen zu finden.

 

  1. Sensibilität

Gefühlvolle Kinder zeichnen sich durch eine intensive Wahrnehmung aus, die sie oft empfindsamer und sensibler gegenüber Gefühlen, Reizen wie Gerüchen und Empfindungen macht. Dies betrifft auch verschiedene Sinnesreize wie Geräusche, Gerüche, visuelle Eindrücke wie Helligkeit und bunte Farben, Geschmacksempfindungen, sowie taktile Reize. Gefühlstarke Kinder können aufgrund ihrer intensiven Wahrnehmung schnell überreizt sein, besonders wenn die Umgebung zu laut, hektisch oder hell ist. Die Frage stellt sich: Wie können bestimmte Reize vermieden oder zumindest reduziert werden? Hierbei ist es wichtig zu erkennen, dass diese Kinder oft Rückzugsmöglichkeiten benötigen, um sich zu entspannen und ihre Emotionen alleine oder mit Hilfe einer Co-Regulation durch die Bindungsperson zu verarbeiten.

Die Herausforderung liegt darin, in der Umgebung des Kindes geeignete Rückzugsorte zu schaffen und sicherzustellen, dass ausreichend Ruhepausen eingebaut sind. Dies kann bedeuten, dass laute Umgebungen vermieden, oder zumindest zeitlich begrenzt werden, dass es Orte gibt, an denen das Kind sich zurückziehen kann und dass die Umgebung insgesamt beruhigend gestaltet wird. Dabei spielt die Kommunikation mit dem Kind eine entscheidende Rolle, um gemeinsam herauszufinden, welche Maßnahmen am effektivsten sind.

 

  1. Wahrnehmungsfähigkeit

Gefühlvolle Kinder zeichnen sich durch eine herausragende Wahrnehmungsfähigkeit aus. Sie sind in der Lage, die feinsten Details und Veränderungen in ihrer Umgebung zu erkennen. Diese Kinder nehmen oft eine Vielzahl von unterschiedlichen Reizen und Situationen wahr, und ihre Wahrnehmung beeinflusst maßgeblich ihr Verhalten. Diese intensive Wahrnehmungsfähigkeit kann jedoch dazu führen, dass ein Kind leicht überreizt wird.

In der Kommunikation mit gefühlvollen Kindern ist es daher entscheidend, eine passende, reizarme Umgebung zu schaffen. Gespräche sollten auf Augenhöhe geführt werden, und es ist wichtig, Augenkontakt herzustellen, um sicherzustellen, dass das Kind aufmerksam ist. Anweisungen sollten kurz und prägnant sein, und es ist hilfreich, konkret zu erklären, was von dem Kind erwartet wird. Daher ist es sinnvoll, auf verschiedene Arten mit den Kindern in Kontakt zu treten, um sicherzustellen, dass die Botschaft effektiv vermittelt wird. Dies kann beispielsweise durch visuelle Unterstützung, klare Anweisungen und die Einbeziehung von praktischen Aktivitäten geschehen.

 

  1. Langsame Anpassungsfähigkeit

Für gefühlvolle Kinder stellen schnelle Übergänge, unerwartete Ereignisse und Abweichungen von Routinen oft eine Herausforderung dar, die sie überfordern kann. Diese Kinder benötigen mehr Zeit, um sich an Veränderungen anzupassen, und es gibt verschiedene Arten von Übergängen, die besonders herausfordernd sein können.

  • Störung von außen: Unvorhergesehene Ereignisse oder Unterbrechungen können für gefühlvolle Kinder besonders belastend sein.
  • Veränderungen von Situationen und Orten: Ein Wechsel des Ortes oder eine plötzliche Änderung der Situation kann das Kind aus dem Gleichgewicht bringen.
  • Veränderungen von Routineabläufen: Änderungen in den täglichen Abläufen können für diese Kinder besonders herausfordernd sein, da sie sich an Routinen orientieren.
  • Nichterfüllung von Erwartungen: Wenn die Erwartungen des Kindes nicht erfüllt werden, kann dies zu Frustration und Stress führen.

Um gefühlvolle Kinder in diesen Übergangssituationen zu unterstützen, haben wir euch folgende Impulse:

  • Vorbereitung und Vorwarnung: Wenn möglich, ist es hilfreich, das Kind auf Veränderungen vorzubereiten und es im Voraus zu informieren. Der Einsatz von visuellen Hilfsmitteln wie einer Sanduhr oder einem Timer kann dabei unterstützen.
  • Neufokussierung: In der neuen Situation ist es wichtig zu erkennen, was das Kind benötigt, um sich darauf einzulassen. Dies kann von individuellen Bedürfnissen wie Sicherheit bis zu spezifischen Hilfsmitteln reichen.
  • Begleitung: Sei während des Übergangs an der Seite deines Kindes. Deine Präsenz und Unterstützung können dazu beitragen, die Herausforderung zu bewältigen.
  • Entwicklung von Routinen: Erarbeite mit dem Kind spezifische Routinen für Übergänge. Dies kann helfen, eine gewisse Vorhersehbarkeit zu schaffen und die Anpassungsfähigkeit zu fördern.

 

 

 

 

Zwischen Gefühle begleiten und uns dabei selbst nicht vergessen

 

Zwischen all den vielen intensiven Gefühlen, die im Laufe des Alltages kommen und gehen, zwischen der Achterbahn von Freunde und Wut, ist es von entscheidender Bedeutung, die Gefühle von gefühlsstarken Kindern einfühlsam zu begleiten und zu verstehen. Dabei ist wichtig zu verstehen, dass unser Gehirn genauso „tickt“, wie das unserer Kinder. Das bedeutet, wenn wir in einer Gefahrensituationen sind, oder eine fehlende emotionale Sicherheit spüren, dann schaltet sich automatisch unsere Amygdala (das Gefahrenzentrum im Gehirn) ein, die unseren Körper in Kampf, Flucht oder den Erstarrungsmodus bringen. Das sind die Momente, in denen unsere Kinder laut schreien, hauen, treten etc. In solchen Momenten ist der Zugang zur Sprache blockiert, die Fähigkeit zur Kooperation schwindet, und dein Kind ist nicht ansprechbar.

Es ist wichtig, dass Kinder all ihre Gefühle, sei es Wut, Traurigkeit oder Angst, ausdrücken dürfen. Hierbei ist es von essenzieller Bedeutung, ihre Bedürfnisse ernst zu nehmen und ihre Emotionen zu begleiten.

Das bedeutet für uns, dass wir erst einmal schauen müssen, welche Momente bringen mich selbst in die Unausgeglichenheit, was für ein Verhalten meines Kindes triggert mich und bringt auch mich in Situationen, in denen ich schreie, oder am liebsten abhauen und mich verkriechen würde?

Eine grundlegende Voraussetzung dafür, Kinder in ihren Emotionen zu begleiten, ist die Selbstfürsorge. Indem wir uns selbst regulieren und unsere eigenen Bedürfnisse befriedigen, können wir dann das Kind in seinen Gefühlen begleiten und Co-regulieren. Einen sicheren Raum zu schaffen, in dem unsere Kinder ihre Emotionen ohne Angst vor Ablehnung oder Abweisung ausdrücken können, ohne das Kind dabei wegzuschicken, oder gar selbst wegzulaufen.

Durch Gespräche und das Vermitteln von Strategien zur Emotionsregulation können Kinder lernen, mit ihren starken Gefühlen umzugehen. Dabei ist es wichtig, ihnen beizubringen, ihre Emotionen zu benennen und zu verstehen. Die Akzeptanz ihrer Einzigartigkeit und die Unterstützung in ihrer individuellen Entwicklung spielen dabei eine entscheidende Rolle. Kinder sollten ermutigt werden, ihre Gefühle auszudrücken und ihre Stärken zu nutzen. Durch eine liebevolle und einfühlsame Begleitung können sie lernen, ihre Emotionen zu regulieren und ihre Sensibilität als eine wertvolle Stärke zu sehen.

 

Und zwischen all den vielen intensiven Gefühlen, fragen sich immer wieder Eltern, wie sie den Alltag mit ihren gefühlsstarken Kinder meistern sollen.

 

Dies erfordert eine besondere Herangehensweise und eine bewusste Gestaltung der Umgebung. Beispielsweise Veränderungen, Übergänge sowie Abweichungen vom gewohnten Alltag lösen bei diesen Kindern häufig Stress und Überforderung aus.

 

Hier sind einige hilfreiche Strategien, um den Alltag besser zu bewältigen

 

  1. Ruheinseln im Alltag einbauen: Schafft euch bewusst Momente der Ruhe und Entspannung im Alltag. Dies können kurze Pausen sein, in denen das Kind zur Ruhe kommen kann.
  2. Frühzeitige Vorbereitung auf Veränderungen: Kinder, die empfindlich auf Veränderungen reagieren, profitieren von einer frühzeitigen Vorbereitung. Erklärt bevorstehende Veränderungen im Voraus und gebt eurem Kind Zeit, sich darauf einzustellen.
  3. Strukturierter und vorausschauender Alltag: Ein strukturierter Tagesablauf gibt dem Kind Sicherheit. Klare Routinen und Vorhersehbarkeit helfen, Unruhe zu vermeiden und fördern eine entspanntere Atmosphäre.
  4. Im Kontakt mit den Kindern sein: Nehmt euch bewusst Zeit, um in Kontakt und Verbindung eurem Kind zu sein. Das stärkt die emotionale Bindung und schafft eine unterstützende Atmosphäre.
  5. Wahlmöglichkeiten + Partizipation: Ermöglicht eurem Kind, gewisse Entscheidungen selbst zu treffen. Dies gibt ihm ein Gefühl von Kontrolle und Selbstbestimmung.
  6. Offener Austausch mit Erzieher:innen/Lehrer:innen: Kommuniziert offen mit den Erziehern und Lehrern über die Eigenschaften eures Kindes. Teilt Informationen über spezifische Bedürfnisse und Strategien, die im Umgang mit eurem Kind hilfreich sind.
  7. Identifikation von Triggern und Auslösern: Analysiert, welche Reize im Alltag besonders stressig für euer Kind sind. Vermeidet, wenn möglich, diese Trigger oder reduzieret ihre Intensität.
  8. Entspannungstechniken anwenden: Lehre deinem Kind einfache Entspannungstechniken, wie bewusste Atmung oder kurze Meditationen. Diese können helfen, Emotionen zu regulieren und Stress abzubauen.

 

Es ist wichtig zu betonen, dass der Umgang mit gefühlsstarken Kindern Zeit, Geduld und Verständnis erfordert. Indem die individuellen Bedürfnisse des Kindes erkannt und respektiert werden, kann eine positive und unterstützende Umgebung geschaffen werden, in der sich das Kind sicher und geliebt fühlt.

 

Was können Eltern von gefühlsstarken Kindern für sich machen?

 

Eltern von gefühlsstarken Kindern stehen vor besonderen Herausforderungen, und es ist wichtig, dass sie sich selbst ausreichend unterstützen.

Hier sind einige Selbstfürsorgemaßnahmen, die ihr ergreifen könnt:

 

Selbstfürsorge priorisieren: Achtet bewusst auf eure eigene Gesundheit und Wohlbefinden. Nehmt euch Zeit für euch, um euch zu erholen und Kraft zu tanken.

 

Vernetzung mit Gleichgesinnten: Sucht den Austausch mit anderen Eltern von gefühlsstarken Kindern. Der Kontakt zu Gleichgesinnten ermöglicht hilfreiche Tipps, Perspektivwechsel und das Gefühl, nicht allein zu sein. Dafür eignet sich z.B. eine Mitgliedschaft bei gefühlvolle Familien, denn wir haben nicht nur den Elternchat, wo ihr euch austauschen könnt, sondern öffnen zusätzlich einmal im Monat einen Zoomraum, damit ihr euch live austauschen könnt. Unter gefühlvolle Familien könnt ihr euch anmelden und Teil der Community werden.

 

Tragetuch/Trage verwenden: Das Tragen des Kindes in einem Tuch oder einer Trage kann nicht nur beruhigend auf das Kind wirken, sondern auch den Eltern mehr Flexibilität und Nähe ermöglichen.

 

Ansprüche an Haushalt reduzieren: Setzt euch realistische Erwartungen an den Haushalt. In stressigen Phasen dürfen gewisse Aufgaben auch mal hinten anstehen.

 

Abwechslung mit dem Partner/in: Teilt euch die Verantwortung mit eurem Partner/in. Abwechselnde Zeiten der Kinderbetreuung ermöglichen beiden Elternteilen Pausen und Erholung.

 

Essensunterstützung annehmen: Lasst euch von Freunden und Verwandten, Essen mitbringen oder Geschenke in Form von Essens- oder Liefergutscheinen schenken.

 

Atemregulation und Entspannungsmethoden: Lernt Techniken zur Atemregulation und Entspannung, um in stressigen Situationen gelassener zu bleiben.

 

Vorkochen und Lieferdienste nutzen: Plant Mahlzeiten im Voraus und nutzt Lieferdienste, um den Druck beim Kochen zu reduzieren.

 

Fragt offen um Hilfe: Zögert nicht, um Hilfe und Unterstützung von Familie, Freunden oder Bekannten zu bitten. Ein unterstützendes Netzwerk kann entscheidend sein.

 

Organisiert euch einen Babysitter: Plant regelmäßige Auszeiten, indem ihr euch einen Babysitter organisiert, der sich um euer Kind kümmert, während ihr Zeit für euch habt.

 

Akzeptanz des Temperaments des Kindes: Akzeptiert das individuelle Temperament eures Kindes und versucht, aus seiner Perspektive zu sehen. Dies kann den Umgang mit emotionalen Ausdrücken erleichtern.

 

Nutzen Unterstützungsangebote: Informiert euch über Angebote wie Beratungsstellen, Familienbegleiter/innen, Leihomas, Leihopas, Mütterpflegerinnen, frühe Hilfen, Sozialpädiatrische Zentren (SPZ) und Schreiambulanzen.

 

Die Selbstfürsorge der Eltern ist entscheidend für eine positive und unterstützende Umgebung für das gefühlsstarke Kind. Durch die Umsetzung dieser Maßnahmen könnt ihr Eltern besser mit den Herausforderungen umgehen und gleichzeitig eure eigene physische und psychische Gesundheit pflegen.

Im Mitgliederbereich bei gefühlvolle Familien finden sich eine Vielzahl an Impulsvideos zu den Themen Achtsamkeit und Selbstfürsorge, wo ihr weitere Tipps und Impulse erhaltet, wie ihr euch selber nicht vergesst und gut für euch sorgen könnt. Schaut gerne vorbei und nutzt als Mitglied alle Vorteile, wie z.B. wöchentliche Elternsprechstunden im Chat, Austausch mit anderen Familien, Expertentalks, kostenloses Beratungsangebot, Rabatte auf Beratungen uvm.  Hier kommst Du zur Anmeldung bei Gefühlvolle Familien

 

Verfasserinnen:

 

 

Solveig Petersen, gefühlvolle Familienbegleiterin

 

 

Vanessa Modes, gefühlvolle Familienbegleiterin @verbindungsbluete.modes

VIELLEICHT INTERESSIERT DICH AUCH:

INSTAGRAM

#gefühlvollefamilien

Schreibabys gefühlvoll begleiten - Marei Theunert

FOLGEN

Folge uns auch auf Instagram, um immer up-to-date zu sein und keine Informationen mehr zu verpassen!

Cookie Consent mit Real Cookie Banner