Hochsensibel Eltern sein

Ist mein Kind ein Schreibaby? Baby schreit ständig -gefuehlvolle_Familien

Eltern zu werden ist eine große Herausforderung und ganz ehrlich, ich war mir vorher nicht bewusst, was es alles mit sich bringt, ein Kind zu bekommen. Ich war vom Fach, ausgebildete Erzieherin, und dachte ich kenne mich schon ganz gut aus. Und dann kam meine erste Tochter zu Welt und hat mir gezeigt, das dem nicht so war. Damals kannte ich die Begriffe High Need oder hochsensibel noch nicht. Heute weiß ich, dass ich nicht nur ein hochsensibles Kind habe, sondern selbst auch hochsensibel bin. Und je mehr ich mich mit dieser Thematik befasse, umso mehr Aha-Momente habe ich, wenn ich auf mein bisheriges Leben schaue. Darum ist es mir umso mehr ein Anliegen, Eltern von gefühlvollen Kindern zu begleiten und darüber aufzuklären.

 

Ein hochsensibler Elternteil zu sein, hilft dabei die Bedürfnisse innerhalb der Familie besonders zu fühlen und zu erkennen. Fluch und Segen zugleich… Denn die eigenen Bedürfnisse kommen oft zu kurz.

Außerdem ist ein Leben als Familie lauter, hektischer und fremdbestimmter als das Leben als Paar oder ganz allein, da ist die Reizüberflutung schon fast vorprogrammiert.

Was kannst Du als hochsensible/r Mama/Papa aber tun, damit Du Dich nicht dauerhaft überfordert, überreizt, frustriert und ausgelaugt fühlst? Und welche Vorteile bringt eine besondere Sensibilität für die Elternrolle mit sich? Damit möchte ich mich in diesem Beitrag genauer befassen.

 

Wir können von unseren Kindern lernen!

 

Wie? Wir können wir von unseren hochsensiblen Kindern lernen? Ja, richtig gehört. Denn auch wenn Du selber hochsensibel bist, kann Dein Kind Dir in einem Punkt ein kleiner Lehrmeister sein. Kinder folgen oft ihrer Intuition und ihren Bedürfnissen. Ein Beispiel: Kinder, die abends beim Schlafengehen noch durchs Bett turnen oder herumzappeln. Als Eltern denken wir oft „Puh, wie soll er/sie so einschlafen?“ Genauso! Das Kind muss noch einmal Energie abladen, sich selber durch Bewegung herunterfahren, das Nervensystem regulieren, um dann entspannter werden zu können und einzuschlafen. (Natürlich kann es auch andere Gründe geben. Mehr dazu kannst Du im Blogartikel „Was am Tag hilft, um gut in die Nacht zu kommen“ lesen)
Und genau deshalb möchte ich Dich einladen, mehr bei Dir zu sein, auf Deinen Körper zu hören, Dir Pausen zu verschaffen, wenn der Alltag zu hektisch und herausfordernd ist. In unserem Mitgliederbereich findest Du passend dafür eine Vielzahl an Achtsamkeits- und Selbstfürsorgeimpulsen.
Hier kommst Du zur Anmeldung bei Gefühlvolle Familien

 

 

Selbstfürsorge sollte nicht unterschätzt werden

 

Um also einer stetigen Reizüberflutung im Familienalltag vorzubeugen, ist die Selbstfürsorge als Eltern enorm wichtig. So kannst Du gezielt lernen, besser für Dich zu sorgen und den Stresspegel zu senken.
Selbstfürsorge kann so Vieles bedeuten aber eins soll es nicht sein, zusätzlicher Druck. Es muss sich richtig und echt anfühlen und nicht nach „Jetzt muss ich mich aber schnell entspannen, weil mein Kind gerade mal alleine spielt!“ Nimm Dir Zeit zu überlegen, was Dir wirklich gut tut und vor allem, wie Du es in Euren Familienalltag einbauen kannst.

Selbstfürsorge bedeutet nicht nur Entspannung, auch die Auseinandersetzung mit den eigenen Gefühlen ist wichtig. Damit sind alle Gefühle gemeint, auch die elterliche Wut, Frustration, Traurigkeit, Hilflosigkeit. Warum sind all diese Empfindungen da und was brauche ich gerade wirklich? Hier kann es hilfreich sein, die Unterstützung einer Familienberatung in Anspruch zu nehmen, wenn das Gefühl entsteht, alleine nicht weiter zu kommen.

 

 

Die Herausforderung mit den eigenen Grenzen

 

Wie bereits erwähnt, ist die Sensibilität gegenüber den Bedürfnissen der eigenen Kinder Fluch und Segen zugleich. Hochsensible Eltern sind sehr empathisch und können die Emotionen ihrer Kinder stark spüren. Dies bedeutet aber gleichzeitig, dass es wichtig ist, zu lernen, für sich selber Grenzen zu setzen und unter Umständen Unterstützung in Anspruch zu nehmen.

Ein Beispiel dazu: Du hast ein sensibles Baby, dass nur mit dauerhaftem Körperkontakt glücklich ist. Genau dieser dauerhafte Körperkontakt sorgt aber irgendwann zu Überstimulation und überreizt Dich als hochsensible Mutter. Damit es gar nicht erst so weit kommt, kann es zum Beispiel hilfreich sein, den Partner/ die Partnerin mehr einzubeziehen.
Hör auf Deinen Körper und sorge gut für Dich. Bedürfnisorientiert zu leben bedeutet eben auch, die eigenen Bedürfnisse als Mutter/ Vater zu sehen und zu versorgen.
Es ist wichtig, Grenzen zu setzen und sich selbst zu schützen, um eine gesunde Balance zu finden.

 

Hier also noch einmal zusammengefasst…

 

 

4 Tipps für hochsensible Eltern

 

1. Achte auf die Signale Deines Körpers.

2. Denke an Deine Selbstfürsorge.

3. Beschäftige Dich mit Deinen eigenen Grenzen und Bedürfnissen.

4. Hast Du das Gefühl, damit nicht alleine weiter zu kommen, kann eine Familienberatung/ Begleitung sinnvoll sein.

 

 

hochsensibel Eltern sein

 

So herausfordernd die Elternrolle für hochsensible Menschen auch ist, so bringt dieser Wesenszug auch viele Vorteile mit sich.

 

Vorteile hochsensible Mama/Papa von einem hochsensiblen Kind zu sein

 

Tiefes Verständnis

Aufgrund der hohen Empathiefähigkeit und weil hochsensible Eltern diesen Wesenszug mit ihrem Kind teilen, schafft das die Basis dafür, das Kind genau verstehen zu können, Gefühle nachvollziehen zu können, zu wissen, was das Kind braucht. Das ist gerade in der frühen Kindheit von Vorteil, wenn sich Kinder zum Beispiel sprachlich noch nicht so mitteilen können.

 

Die eigene Biographie

Vielleicht war Dir schon früh bewusst, dass Du hochsensibel bist. Vielleicht ist es Dir erst bewusst geworden, als Du Mama/Papa geworden bist oder auch danach. Wie schon zu Beginn des Artikels erwähnt, hat es bei mir viele Aha-Momente gegeben, seitdem ich mich mit dem Thema Hochsensibilität auseinandersetze. Ich habe mich nicht mehr so falsch gefühlt, konnte Situationen und mein Verhalten besser verstehen und annehmen, habe gelernt die Vorteile zu schätzen. Wenn Du Dich also damit befasst, wie Du in deinem bisherigen Leben mit Deiner Sensibilität umgegangen bist, was hilfreich war, wo die Hürden waren, wie Du mit Herausforderungen umgegangen bist, dann kannst Du diese Erfahrungen für den Umgang mit Deinem Kind nutzen. Was für ein wertvoller Schatz. Und das geht über in den nächsten Punkt…

 

Selbstliebe und Selbstachtung

Wenn Du selber lernst oder bereits gelernt hast, Deine besondere Sensibilität nicht nur als Last oder Herausforderung zu empfinden, sondern ihre große Bereicherung zu fühlen und sehen, kannst Du das an Dein Kind weitergeben. Viele hochsensible Erwachsene kennen Aussagen wie „Du bist aber auch empfindlich“, „Stell Dich nicht so an, so schlimm ist das doch gar nicht“, „Sei nicht immer so sensibel“, „Du musst Dir mal dickeres Fell zulegen“, „Nimm Dir das doch nicht so zu Herzen“ …. Die Liste könnte noch weiter geführt werden. Uns Eltern wurde häufig mitgegeben, dass unsere Gefühle, unsere Empfindungen, unsere Wahrnehmung nicht richtig sind, wir übertreiben, falsch liegen. All das sorgt allerdings dafür, dass wir verlernen uns selber und unserem Körper zu vertrauen. Indem wir für uns selber sorgen, uns lieben und annehmen wie wir sind, uns sicher sind, das nichts an uns falsch ist, können wir unserem hochsensiblen Kind ein Vorbild sein.

 

Die eigene Wahrnehmung

Dass hochsensible Menschen über eine intensivere Verarbeitung von Sinnesreizen verfügen, ist bekannt. Als hochsensible/r Mama/Papa ist genau das Dein großer Vorteil. Da Du selber sehr feinfühlig bist, kannst Du Deinem Kind intuitiv eine reizärmere Umgebung schaffen, weil Du beispielsweise das nebenbei dudelnde Radio ebenso als störend empfindest, wie dein Kind; oder indem Du keine intensiven Raumdüfte, Parfums oder Duftkerzen benutzt, weil sie Dir zu intensiv riechen.

 

Es wurde in diesem Artikel viel über die Herausforderungen aber auch die Vorteile geschrieben, hochsensibel Eltern zu sein. Die Quintessenz liegt darin, allen Familienmitgliedern gerecht zu werden und sich selbst als Mama/Papa nicht zu vergessen. Das ist ein Lernprozess, der an einigen Tagen besser und an anderen weniger gelingen wird. Und auch das ist okay so. Wenn Du das Gefühl hast, dass Du bei Deinen Herausforderungen in Eurem gefühlvollen Familienleben mehr Input und Unterstützung brauchst, werde gerne Teil der Gefühlvolle Familien Community. Du erhältst nicht nur Impulse und Fachwissen, sondern auch die Möglichkeit, Deine Fragen in der wöchentlichen Elternsprechstunde im Chat zu stellen. Zusätzlich bieten wir unseren Mitgliedern die Möglichkeit auf eine kostenlose 1:1 Beratung mit einer unserer gefühlvollen Familienbegleiterinnen i.A., sowie Rabatte auf weitere Beratungen an. Schau gerne auf unserer Homepage vorbei und überzeuge Dich von unserem Angebot. Wir freuen uns auf Dich!

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Alles Liebe

Sarah von gefühlvolle Familien

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Schreibabys gefühlvoll begleiten - Marei Theunert

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